Wie wird ein AGP-Bericht erstellt und in der Praxis verwendet? Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur CGM-Interpretation

1. Was ist das AGP Graph Erstellt?

  • AGP (Ambulantes Glukoseprofil) fasst 14 Tage CGM-Daten in einer 24-Stunden-Glukosekurve zusammen.
  • Werte zu jedem Zeitpunkt werden sortiert, und fünf Perzentile (5., 25., 50., 75., 95.) berechnet.
  • Diese Perzentile bilden fünf geglättete Kurven, die die Glukoseverteilung über den Tag zusammenfassen.
  • Der Graph filtert Extreme heraus und zeigt typische tägliche Glukosetrends.

2. Visuelle Elemente im AGP-Graph

  • Zielbereich (70–180 mg/dL): Zwei horizontale Linien zur Beurteilung der Kontrolle.
  • Median-Kurve (50. Perzentil): Zeigt das typische Tagesmuster. Eine flachere Kurve = stabilere Glukose.
  • Interquartilbereich (25.–75. Perzentil): Dunkel schattiertes Band, das typische Variabilität zeigt. Schmal = konstante Kontrolle.
  • Interdezilbereich (5.–95. Perzentil): Hell schattierter Bereich, der breitere lebensstilbedingte Schwankungen widerspiegelt.
  • Gemeinsam bieten diese Visualisierungen eine mehrschichtige Ansicht des Glukoseverhaltens über die Zeit.

3. Tägliche Glukoseprofile: Wiederkehrende Muster erkennen

  • Diese Kurven zeigen Glukoseveränderungen an einzelnen Tagen.
  • Hilft, postprandiale Spitzen, nächtliche Tiefs und ungewöhnliche Abweichungen zu erkennen, die im Zusammenfassungsgraphen möglicherweise nicht sichtbar sind.
  • Besonders nützlich, um verhaltens- oder zeitbasierte Probleme zu erkennen, die eine Intervention erfordern.

4. Wie man AGP in der klinischen Praxis verwendet

Ein schrittweises klinisches Vorgehen:
  1. Datenqualität prüfen → Wurde das Gerät über 14 Tage >70 % der Zeit getragen?
  2. Glukosemetriken überprüfen → Durchschnittliche Glukose, GMI, Zeit im Bereich (TIR), Zeit über/unter Bereich (TAR/TBR) und Variabilität auswerten.
  3. AGP-Graph interpretieren → Form der Median-Kurve, Breite der schattierten Bereiche und Zeit im Zielbereich bewerten.
  4. Tagesprofile analysieren → Wiederkehrende Hoch-/Tiefphasen und deren Zeitpunkt identifizieren.
  5. Patientenkontext integrieren → Befunde mit Medikamenteneinnahme, Mahlzeiten, Symptomen und Lebensstil abgleichen, um personalisierte Behandlungsänderungen zu steuern.