Wie man einen AGP-Bericht liest und verwendet: Ein vollständiger Leitfaden zur Interpretation von kontinuierlichen Glukosemessdaten

1. Was ist AGP und warum wurde es entwickelt

  • AGP (Ambulantes Glukoseprofil) ist ein standardisierter grafischer Bericht basierend auf CGM-Daten.
  • Entwickelt in 1987 zur Vereinfachung der Interpretation von Glukosetrends.
  • Offiziell standardisiert in 2008 vom International Diabetes Center.
  • Seit 2013 in CGM-Konsensleitlinien empfohlen und seit 2020 in den ADA-Standards enthalten.
  • Zweck: Glukosedaten anschaulicher, vergleichbarer und klinisch nützlicher machen.

2. Aufbau des AGP Bericht

Der AGP-Bericht umfasst drei Kernabschnitte:
  • Zusammenfassung der Glukosekennzahlen: Quantitative Indikatoren für die glykämische Kontrolle.
  • 24-Stunden-Glukoseprofil Grafik: Visueller Trend mit durchschnittlichen Tagesmustern.
  • Tagesansichten: Helfen, innerhalb des Tages Variabilität und Ausreißer zu erkennen.
Fokus: Die Kennzahlenübersicht bietet den klarsten Überblick über den allgemeinen glykämischen Status.

3. Die 10 wichtigsten Kennzahlen verstehen

In drei Kategorien gruppiert:
A. Qualitätskennzahlen der Daten
  • Tragetage & Sensoraktivität % → Zuverlässige CGM-Daten erfordern ≥14 Tage und ≥70% aktive Zeit.
B. Überblick zur Glukosekontrolle
  • Mittlerer Glukosewert
  • GMI (Glukose-Management-Indikator): Ersetzt eA1c; Ziel <7%.
  • Glykämische Variabilität (CV%): Ziel <36%, um Komplikationsrisiken zu reduzieren.
C. Bereichsbasierte Kennzahlen
  • TIR (Zeit im Bereich: 70–180 mg/dL): Ziel ≥70%.
  • TAR (Zeit über dem Bereich): >180 und >250 mg/dL werden erfasst.
  • TBR (Zeit unter dem Bereich): <70 und <54 mg/dL werden erfasst. → Verwenden Sie alle drei zusammen, um Risiken von Hyper- und Hypoglykämie zu bewerten.

4. Wie man Ziele für verschiedene Bevölkerungsgruppen anpasst

  • Standardziele: TIR ≥70%, TBR <4%, GMI <7% (die meisten Erwachsenen mit T1- oder T2-Diabetes)
  • Ältere oder Hochrisikopersonen: TIR ≥50%, TBR <1%
  • Schwangerschaft (Typ-1-Diabetes): TIR ≥70%, Zielbereich auf 63–140 mg/dL verschärft
  • Gestationsdiabetes oder T2D in der Schwangerschaft: Leitlinien entwickeln sich noch; kein fester TIR-Wert vorhanden
Interpretation immer an Alter, Zustand und Begleiterkrankungen anpassen.